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Doom Metal
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Doom Metal (doom englisch fĂŒr ‚VerhĂ€ngnis‘ oder ‚Unheil‘) ist eine zu Beginn der 1970er-Jahre aus dem Hard Rock entstandene Stilrichtung des Metal, aus der sich seit den 1980er-Jahren ein breites Musik-Genre mit vielfĂ€ltigen Subgenres entwickelte.

Als wegweisend fĂŒr die auf Bluesrock, Psychedelic Rock und Hard Rock aufbauende Musik gilt die Reduzierung des Tempos und das stark verzerrte, tief gestimmte Gitarrenspiel. Die weiteren GrundzĂŒge dieser Musik sind ein dem Bluesrock entlehnter Klargesang, eine als erdig warm, zugleich aber schwer und dĂŒster wahrgenommene AtmosphĂ€re und eine zugĂ€ngliche, aus dem Bluesrock entlehnte Struktur der Musik. Inhaltlich blieb der Doom Metal dabei von Texten geprĂ€gt, die von Trauer, Angst und Hoffnungslosigkeit handelten.

Das spĂ€ter als Proto-Doom von weiteren Entwicklungen des Doom Metal abgegrenzte Ur-Genre wurde ab dem Jahr 1970 durch die Gruppe Black Sabbath geprĂ€gt. Ihre ersten vier Studioalben werden als musikalische Ursprungswerke des Doom Metal und des Metal insgesamt bezeichnet. Neben Black Sabbath wird der American Doom Trinity aus Saint Vitus, Pentagram und Trouble sowie der Band Candlemass besondere Bedeutung fĂŒr die Verbreitung des Doom Metal als eigenstĂ€ndiges Genre zugesprochen. Infolge der DebĂŒtveröffentlichungen dieser vier Gruppen in den Jahren von 1984 bis 1986 erfuhr die Musik erhöhte Aufmerksamkeit und wurde zunehmend als zusammenhĂ€ngendes Genre rezipiert. In Abgrenzung zum Proto-Doom prĂ€gte das US-amerikanische Dreigespann spĂ€ter das Subgenre Traditional Doom und Candlemass den Epic Doom. Ab dem Ende der 1980er Jahre entstanden weitere Folge- und Crossover-Stile, die die Wahrnehmung des Doom Metal nachhaltig prĂ€gten und das VerstĂ€ndnis der Stilrichtung als breit gefĂ€chertes Musikspektrum erweiterten. Viele neue und bereits aktive Interpreten des Doom Metal wurden nachkommend populĂ€rer.

Das Doom-Metal-Spektrum zeichnet sich durch Gemeinsamkeiten in Publikum, Spielweise, Inhalt und Ästhetik aus. In der AnhĂ€ngerschaft des Genres entstand in dieser Zeit eine kulturelle Gemeinschaft als Teilströmung der Metal-Szene mit Überschneidungen zum Punk. Dabei entwickelten sich in der Doom-Metal-AnhĂ€ngerschaft eigene Unternehmen, Veranstaltungen und Modeaspekte, die den Doom Metal und seine Fans teilweise in der allgemeinen Metal-Szene separieren.

Contents

‱ Geschichte
‱ Musik
‱ Inhalt
‱ Gestaltung
‱ Epic Doom
‱ Death Doom
‱ Kultur
‱ Szeneleben
‱ Medien
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Doom Metal weist als Stil, Genre und Kultur eine jahrzehntelange Historie auf. Dabei blieb der Stil in den frĂŒhen Jahren eine unbenannte Teilmenge des Hard Rock und Heavy Metal und konnte sich nach ersten Erfolgen, Namensgebung und internationaler Verbreitung in den 1980er-Jahren nur langsam als eigenstĂ€ndiges Genre und autarke Szene etablieren.

Vor- und FrĂŒhgeschichte seit den spĂ€ten 1960er-Jahren

Seit den 1960er-Jahren gab es erste AktivitĂ€ten von Bands, deren Musik sich fĂŒr den Doom Metal als wegweisend erwies. Die Musik- und Szene-Strömung um den Doom Metal formierte sich aber erst Jahre spĂ€ter. In den 1980er-Jahren wurden rĂŒckblickend Interpreten wie Blue Cheer, Iron Butterfly und Arzachel als VorlĂ€ufer benannt. Als frĂŒhe Vertreter des damals noch unbenannten Genres werden seither Black Widow, Bedemon und Pentagram gewertet.cite-ref-jj17-1-0[1]

Musikjournalisten und Genrechronisten wie der britische Garry Sharpe-Young, der amerikanische J. J. Anselmi oder der russische Aleksey Evdokimov heben einheitlich Black Sabbath als zentralen Wendepunkt in der Entstehung des Doom Metal hervor. Die ersten vier Alben der Band gelten als initiale Veröffentlichungen des prototypischen Doom Metal sowie als musikalischer Grundstein des gesamten Genrespektrums. Mit den Alben Black Sabbath, Paranoid, Master of Reality und Black Sabbath Vol. 4 gestaltete die Band gemĂ€ĂŸ Sharpe-Young in ihrer Urbesetzung, bestehend aus Tony Iommi, Geezer Butler, Ozzy Osbourne und Bill Ward, von 1970 bis 1972 die wesentlichen ZĂŒge des Doom Metal.cite-ref-gsyintro-2-0[2] Anselmi fĂŒhrte aus, dass Black Sabbath „Pionierarbeit im Genre“ leisteten, indem sie eine auf Blues basierende Musik im „Schneckentempo und durch donnernde VerstĂ€rker“ schickten.cite-ref-jj17-1-1[1] Anfangs nicht als eigenstĂ€ndiger Stil wahrgenommen, sondern als Hard Rock tituliert, entstand der Doom Metal in der Ur-Phase des Metal. WĂ€hrend rĂŒckblickend Interpreten des gleichen Zeitraums, wie Deep Purple, Led Zeppelin, Alice Cooper, Kiss oder Motörhead als maßgeblich fĂŒr die Entwicklung von Stilen wie New Wave of British Heavy Metal, Speed Metal, Glam Metal und Power Metal gelten, legte Black Sabbath besonders den Grundstein fĂŒr den Doom Metal.cite-ref-ian2-3-0[3] Als weitere, fĂŒr den Doom Metal wegweisende Veröffentlichung, nach den ersten vier Alben von Black Sabbath, gelten die von Pentagram zu Beginn der 1970er-Jahre veröffentlichten Singles. Frank „Skip“ Groff, spĂ€ter eine der zentralen Persönlichkeiten der Hardcore-Punk-Szene von Washington, D.C., grĂŒndete eigens die Label Boffo Socko Records fĂŒr die Veröffentlichung Hurricane/Earth Flight und Gemini Records fĂŒr Under My Thumb/When the Screams Come. In der Zeit von Kritikern kaum beachtet und ohne kommerziellen Erfolg, beeinflussten die Singles wichtige Szene-Akteure wie Scott Weinrich, der The Obsessed grĂŒndete und spĂ€ter fĂŒr Saint Vitus sang,cite-ref-jj54-4-0[4] oder Lee Dorrian, der Ende der 1980er-Jahre Cathedral grĂŒndete und das Label Rise Above Records initiierte.cite-ref-gsy319-5-0[5]

Als weiterer Meilenstein in der Entwicklung zum Genre wird das Album Death Penalty von Witchfinder General aus dem Jahr 1982 betrachtet. „Musikalisch war die Platte deutlich hörbar von Black Sabbath beeinflusst, kombinierte den Sound der Altmeister jedoch mit dem hĂ€rteren und seinerzeit frischeren Sound der NWoBHM.“ Gelegentlich gilt das Album damit als „[e]rstes wirkliches Doom-Metal-Album“.cite-ref-df15-6-0[6] RĂŒckblickend wird diese Phase gelegentlich als Proto-Doom beschrieben und die Vertreter des Genres in diesem Zeitraum als Proto-Doom-Bands kategorisiert.cite-ref-dmproto-7-0[7]

Etablierung als Genre und Szene ab der Mitte der 1980er-Jahre

Den finalen Anstoß zur Werdung eines eigenstĂ€ndigen Genres und einer Szene setzten vier Interpreten in der Mitte der 1980er-Jahre. Musikjournalisten prĂ€gten fĂŒr die Gruppen Trouble, Pentagram und Saint Vitus Bezeichnungen wie die heilige Dreifaltigkeit des amerikanischen Doom Metals oder American Doom Trinity. Mit ihren 1984/1985 erschienenen DebĂŒtalben Trouble,cite-ref-dml244f-8-0[8] Saint Vituscite-ref-ian345f-9-0[9] und Pentagramcite-ref-dml182f-10-0[10] wird diesen Bands und Alben der Erfolg des Doom Metals und damit einhergehend die Etablierung einer ersten Doom-Metal-Szene im Verlauf der 1980er-Jahre zugesprochen – allerdings zumeist gemeinsam mit den AnfĂ€ngen der schwedischen Band Candlemass und deren ersten Alben Epicus Doomicus Metallicus und Nightfall.cite-ref-dfdoom21-11-0[11]

„Bis Trouble[, Pentagram, Candlemass und Saint Vitus] auftauchten, wurde Black Sabbaths ursprĂŒnglicher, trĂ€ger, heruntergestimmter Heavy-Metal-Klang, nun ja, einfach ‚Heavy Metal‘ genannt und war unter dem ĂŒberwĂ€ltigenden Ansturm des Thrash grĂ¶ĂŸtenteils in den MĂŒlleimer der Musikgeschichte verbannt worden.“

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Robert Pasbani: Throwback Thursday: Know Your Doom Metal Roots with Trouble’s

Psalm 9

In den folgenden Jahren konnte Doom Metal kaum Mainstream-Erfolge erzielen, wirkte sich jedoch kontinuierlich auf die Entwicklung des Metals und der Metal-Szene aus. In der Wahrnehmung als Pendant des Speed und Thrash Metal festigte sich die Vorstellung von Doom Metal als Genre. Aufgrund einer oft lose antiautoritĂ€ren und gegenkulturellen bis linksliberalen AttitĂŒde der AnhĂ€nger und der gemeinsamen Nutzung von Auftrittsmöglichkeiten und Labeln stand die kleine, um den Doom Metal existierende Szene kulturell und ökonomisch der Punk–, Hardcore- und Crust-Punk-Szene nahe und begĂŒnstigte so nachfolgende kulturelle und musikalische Überschneidungen wie Sludge oder Post-Metal. Innerhalb der Metal-Szene erlangten in den 1980er- und 1990er-Jahren nur relativ wenige Doom-Bands grĂ¶ĂŸere Bekanntheit.cite-ref-ian345f-9-1[9]

Fortlaufende Stilvermengungen in den 1990er-Jahren

In den frĂŒhen 1990er-Jahren etablierten sich weitere Independent-Label wie Rise Above Records oder das Berliner Unternehmen Hellhound Records, die sich auf KĂŒnstler des Doom Metals spezialisiert hatten und zum Underground-Erfolg des Genres beitrugen.cite-ref-gsyii-13-0[13] Das, laut Eigenbeschreibung „hĂ€rteste Label der Welt“, Hellhound Records wurde durch den Verlag bekannter Doom-Bands wie Saint Vitus und The Obsessed populĂ€r, prĂ€gte jedoch zugleich in den frĂŒhen 1990er-Jahren die Wahrnehmung von Interpreten aus dem Bundesstaat Maryland und machte damit regionale KĂŒnstler wie Internal Void, Iron Man, Revelation, Wretched und Unorthodox international bekannt.cite-ref-hellhound-14-0[14] Hyperbolisch schrieb Garry Sharpe-Young ĂŒber das Label, dass jede Band mit einer dem Bundesstaat zugehörigen Gruppe einen Vertrag von Hellhound bekam. Im Resultat sei eine Reihe Klassiker des Genres ĂŒber das Label veröffentlicht worden.cite-ref-gsyii-13-1[13] Über Rise Above Records debĂŒtierten indes international anerkannte Interpreten wie Electric Wizard, Penance und Revelation.

Zugleich beeinflusste der Doom Metal ab dem Ende der 1980er- und Beginn der 1990er-Jahre eine Vielzahl neu entstehender Crossover-Stile und Folgeerscheinungen, welche wie Gothic Metal oder Stoner Doom mitunter kommerzielle Erfolge erzielen konnten.cite-ref-hell186f-15-0[15] SchlĂŒsselrollen dieser anfĂ€nglich als Doomcore zusammengefassten Entwicklung nahmen neben Black Flag unkonventionelle Interpreten wie The Melvins, Godflesh und Boris ein. Aus dieser Entwicklung nahm der Doom Metal neben Thrash Metal und Black Metal eine Rolle als Katalysator der Entwicklung der Metal-Szene dieser Zeit wahr. Zur Abgrenzung der neuen Spielformen wurden in dieser Phase auch Begrifflichkeiten fĂŒr den originĂ€ren Doom Metal geprĂ€gt. Der Einfluss des Doom Metal setzte sich in den 1990er-Jahren in der Entwicklung von unter anderem Grunge, Alternative Metal, Sludge, Stoner Rock und Stoner Doom fort und konnte mit Interpreten wie Soundgarden, The Gathering, Kyuss, Queens of the Stone Age oder Type O Negative in abgewandelter Form Chart- und Mainstream-Erfolge verbuchen.cite-ref-gsyintro-2-1[2] Zugleich bestand der originĂ€re Doom Metal mit Bands wie Dawn of Winter aus Deutschland, Electric Wizard aus Großbritannien, Church of Misery aus Japan, Count Raven aus Schweden oder Spiritus Mortis aus Finnland international fortwĂ€hrend als Underground-PhĂ€nomen weiter.

Breitere Wahrnehmung und Vergemeinschaftungspraktiken nach der Jahrtausendwende

Nach der Jahrtausendwende entstanden mit Doom Shall Rise, den Dutch Doom Days oder dem Malta Doom Metal Fest speziell auf den Doom Metal und seine Subströmungen hin ausgerichtete Festivals, die der kleinen Szeneströmung als Anlaufpunkte dienten.cite-ref-dml11-16-0[16] Seither wurden diese ersten Festivals mit dem Roadburn Festival, dem Hammer of Doom und diversen weiteren Veranstaltungen ergĂ€nzt. Mit Doom-Metal.com existiert seit den frĂŒhen 2000ern neben den Veranstaltungen und den diversen Labeln ein langlebiges Webzine, das sich ausschließlich dem Spektrum des Doom Metal widmet. Fanzines wie das Doom Metal Front trugen ebenfalls zur breiten Vernetzung der Szene bei. Zeitnah zu den ersten Festivals und der Etablierung des Webzines kam es mit Interpreten wie Reverend Bizarre, Witchcraft und Blood Ceremony zu einem Revival des Genres.cite-ref-hell186f-15-1[15] Insbesondere Reverend Bizarre gilt rĂŒckblickend als Initiator des Revivals.cite-ref-kerrangdoom-17-0[17] Dieses Revival fĂŒhrte zu einer FĂŒlle neuer Interpreten und einer erhöhten Aufmerksamkeit innerhalb der Metal-Szene.cite-ref-hell192f-18-0[18] Szenemagazine wie das Decibel und das Deaf Forever widmeten sich in den 2000er- und 2010er-Jahren dem Genre mit Specials. Auch erste SachbĂŒcher zum Doom Metal entstanden.

Neben weiteren Hybridisierungen zum Beispiel durch Orthodox und Messa mit Jazz-Variationen, durch Baroness und Oceans of Slumber mit Progressive Rock, durch Exulansis und Blóð mit unterschiedlichen Facetten des Post-Black-Metal oder durch Sinistro mit dem portugiesischen Fado, blieb der originÀre Stil mit Gruppen wie The Gates of Slumber, Beelzefuzz und Mandibulla nach der Jahrtausendwende fortwÀhrend bestÀndig. Indes trugen Interpreten wie Pallbearer und Lucifer zum Teil massenkompatible Varianten eines auf Doom Metal aufbauenden Stils erneut in den Mainstream.

Stilistische Einordnung

Unter dem Einfluss des Hard- und Psychedelic-Rock und dem gemeinsamen Interesse an Okkultismus, Horrorliteratur und Horrorfilmen, Cannabis sowie psychedelischer Kunst und Außenseitertum weisen viele der dem Genre zugerechneten Interpreten neben der obligatorisch Ă€hnlichen Musik thematische und Ă€sthetische Gemeinsamkeiten auf.

Musik

Durch genretypische Elemente wie Reduzierung des Tempos und stark verzerrtes und tief gestimmtes Gitarrenspiel hebt sich der Doom Metal von anderen populĂ€reren Metal-Genres ab.cite-ref-v-19-0[19] Orientiert an den ersten vier Alben von Black Sabbath entstand Doom Metal parallel zum Heavy Metal als dĂŒstere und langsame Variante des frĂŒhen Hard Rock mit schweren und langsamen Gitarrenriffs.cite-ref-hell180-20-0[20] Entsprechend der ikonischen Genre-Vorlage durch die frĂŒhen Black Sabbath sind Elemente aus Psychedelic-, Blues- und Hard Rock fĂŒr den Doom Metal wesentlich.cite-ref-ae9ff-21-0[21] Ein „warmes und breites Klangbild“ mit „erdigen Gitarren“ und klarem Gesang gilt als genretypisch.cite-ref-ae19-22-0[22] VirtuositĂ€t ist gegenĂŒber Groove und RhythmusgefĂŒhl nachrangig.cite-ref-ae16-23-0[23] Das zur Beschreibung des Gesangs und der Musik oft bemĂŒhte Bild vom „erdigen Klang“ steht dabei synonym fĂŒr ein natĂŒrliches und warmes, sowie dĂŒsteres, kraftvolles und atmosphĂ€risches Klangbild von ĂŒberwiegend tiefen Frequenzen. So definierten frĂŒhe Interpreten und Vorreiter mit der Verwendung stark verzerrter E-Gitarren, extremer LautstĂ€rke, langsamen Tempi, Moll-Kompositionen und des Tritonus-Musters die Grundmuster des prototypischen und traditionellen Doom Metal.cite-ref-dmproto-7-1[7] Der Aufbau der Songs wurde dabei meist in einem klassischen und leicht zugĂ€nglichen Strophen-Refrain-Schema der Pop- und Rockmusik bei einem als einfach geltendem 4/4-Takt gehalten.cite-ref-hell180-20-1[20]

Doom-Gitarristen nutzten dabei ĂŒberwiegend RöhrenverstĂ€rker, wobei Modelle aus der Entstehungszeit des Genres besonders beliebt sind, da ihr Klang als weich, voll und warm gilt. Bi-Amping, das Koppeln von VerstĂ€rkern, sowie die Nutzung von BassverstĂ€rkern ist im Genre zur Verdichtung des Klangs gebrĂ€uchlich. In LĂ€nge gezogene Sustain, Ausschwingen der klangerzeugenden Gitarrensaiten, werden ebenso im Doom Metal genutzt.cite-ref-ae15-24-0[24] Der Gesang wird hĂ€ufig in stilistischer Anlehnung an Hard- und Bluesrock als einfach gehaltener Klargesang dargebracht. Typische und prĂ€gende Vertreter waren dabei Ozzy Osbourne, Scott Weinrich, Eric Wagner, Bobby Liebling (Pentagram) und Scott Reagers (Saint Vitus).cite-ref-hell180-20-2[20]

Von dem sonst als aggressiv und energiegeladen geltenden Metal, unterscheidet sich der Doom Metal hinzukommend durch seine vornehmlich schwermĂŒtige Stimmung.cite-ref-v-19-1[19] Über die musikalischen Eigenheiten als Metal-Genre ist Doom Metal atmosphĂ€risch von „Schwere, Dunkelheit, Traurigkeit, Depression und Melancholie“ geprĂ€gt, wodurch das Genre „eine dunkle und grĂŒblerische AtmosphĂ€re“ ausstrahlt, die in dieser IntensitĂ€t in keinem anderen Genre des Metal vorkommt.cite-ref-dmwhatis-25-0[25]

Inhalt

Trotz der Wahrnehmung als zusammenhĂ€ngender Stil wurde mit dem Doom Metal kein enges und geschlossenes lyrisches Themenfeld verbunden, wohl aber hĂ€ufige inhaltliche Gemeinsamkeiten, ĂŒber die sich vage Kernmotive herleiten lassen. In dem divergenten Themenfundus des Doom Metal werden so hĂ€ufig Topoi wie melancholische Geschichten, Lebensberichte, speziell Außenseitergeschichten, Drogenerfahrungen, Okkultismus und Horror bemĂŒht.cite-ref-hell180ff-185ff-heiliger-26-0[26] Die Emotionen Hoffnungslosigkeit, Angst und Trauer werden dabei als oft mitschwingende inhaltliche Kernmotive des Genres betrachtet. Der Musikjournalist und Sachbuchautor Jon Wiederhorn fĂŒhrte in einem fĂŒr Bandcamp verfassten historischen Abriss der Stilentwicklung die thematische Bandbreite des Doom Metal, ĂŒber die Entwicklung des gesamten Doom-Metal-Spektrums aus.

„Manchmal gibt es Orgeln [z.B. im Funeral Doom], Samples [z.B. im Post-Metal oder Sludge] und musikalisch komplexe Variationen [z.B. der so genannte Progressive Sludge von Baroness und Mastodon]. Solche stilistischen Entwicklungen haben beigetragen, das Genre von einer Generation zur nĂ€chsten zu bewahren. Doch auch ohne die musikalische Entwicklung erscheint Doom Metal bestĂ€ndig, denn Angst und Trauer sind universell – und Musiker werden immer davon angezogen, universelle GefĂŒhle von Wut, Hoffnungslosigkeit, Angst und Trauer auszudrĂŒcken.“

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Jon Wiederhorn:

Doom Metal: A Brief Timeline

fĂŒr Bandcamp

UrsĂ€chlich fĂŒr die inhaltliche Gewichtung gilt eine Reaktion ausgehend von der Desillusionierung hinsichtlich der Hippie-Szene in der Entstehungsphase des Genres. In Bezug auf spirituelle EinflĂŒsse, Vorstellungen von Gemeinschaft und Frieden fand eine dialektische Abkehr von den Idealen der Hippie-Szene statt, woraufhin bereits frĂŒh Lieder entstanden, die den Konsum und Missbrauch von Drogen behandelten sowie besonders pessimistische StĂŒcke ĂŒber Krieg und Gewalt.cite-ref-dmfaq-28-0[28]

Auch religiöse Themen werden als potentielle Quelle fĂŒr Texte und Ideen angesehen. Missionarische oder dogmatische Texte sind dabei kaum gegeben. So sind trotz des thematischen Hangs zum Okkultismus mit Gruppen wie Trouble und Place of Skulls Interpreten mit christlichen Inhalten Teil des Doom-Spektrums. Doch auch die religiösen Texte sind ĂŒberwiegend persönlich und auf Erfahrungen von Liebe, Schmerz, Trauer, Glaubensverlust und Ähnliches gerichtet.cite-ref-dmfaq-28-1[28]

Verweise auf Horrorliteratur und -filme, Okkultismus und Hexerei sind bereits vielfach Teil der Namensgebung im Doom Metal und werden hinzukommend gestalterisch hÀufig aufgenommen. Eine besondere Rolle im Horror-Interesse im Doom Metal nehmen Hammer-Filme ebenso wie das Werk von H. P. Lovecraft ein.cite-ref-heiliger-29-0[29] Sein Werk und der Cthulhu-Mythos gelten als gÀngiger lyrischer Themenfundus des Genres.cite-ref-dmlcthulhu-30-0[30]

Gestaltung

NamensschriftzĂŒge nehmen, wie im Metal insgesamt, eine bedeutende Rolle in der Vergemeinschaftungspraxis der Kultur um den Doom Metal ein. Dabei ist die Gestaltung solcher SchriftzĂŒge gegenĂŒber anderen Stilen des Metal-Spektrums weniger aufwendig und fußt wie die gesamte Szene auf dem Hard- und Psychedelic-Rock. In den Folgeerscheinungen des traditionellen Doom Metal kann dieses Stereotyp aufgehoben sein. StilprĂ€gend fĂŒr die schriftbildliche Darstellung der Interpretennamen waren erneut die frĂŒhen und ursprĂŒnglichen Vertreter des Genres Saint Vitus, Pentagram, Trouble, Candlemass und Black Sabbath. Insbesondere die als ikonisch geltenden NamenszĂŒge von Black Sabbath und Pentagram wurden hĂ€ufig variierend adaptiert.cite-ref-bfg221-31-0[31]

Neben den SchriftzĂŒgen sind BezĂŒge zu den lyrischen Schwerpunktthemen weiterfĂŒhrend in der Gestaltung der TontrĂ€ger und der Merchandising-Artikel wiederzufinden. GrĂ€ber, Pentagramme und SchĂ€delknochen sind ebenso wie positive lyrische und gestalterische BezĂŒge zum Konsum von Drogen, insbesondere Haschisch und gelegentlich weiterer psychotroper Substanzen in Teilbereichen des Doom Metal ĂŒblich. Neben psychedelischen Motiven und Anspielungen werden in diesem Komplex hĂ€ufig direkte Verweise auf Drogen, wie stilisierte HanfblĂ€tter, Bongs und Rauch, dargestellt.cite-ref-ae22f-32-0[32] Weiter werden hĂ€ufig grobkörnige Bilder in „Schwarz-Weiß oder fahlen Grautönen“ mit Abbildungen von „Kreuze[n], Kirchen oder Engel[n] gesenkten Blickes“ genutzt.cite-ref-heiliger-29-1[29]

Adaptionen aus der Kunst, insbesondere aus dem Klassizismus, der Romantik, dem Symbolismus und dem Jugendstil, werden im Doom Metal ebenfalls hĂ€ufig genutzt.cite-ref-ae-33-0[33] Dabei sind Kunstwerke von Arnold Böcklin, Caspar David Friedrich, Gustave DorĂ© oder Francisco de Goya ebenso wie Illustrationen zu John Miltons Paradise Lost, den Geschichten von Edgar Allan Poe oder zur Göttlichen Komödie von Dante Alighieri ĂŒblich.

| Galerie zu einigen Adaptionen aus der Kunst |
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Crossover-Stile, Differenzierung und Folgeerscheinungen

Zur Etablierung des Genres trugen bis zum Anfang der 1990er-Jahre die ersten Vermengungen des „Proto-Doom“ oder „Traditional Doom“ bei, die spĂ€ter als Epic Doom, Death Doom und Sludge bekannt wurden. Weitere Kombinationen und Weiterentwicklungen schlossen sich diesen an. In Rezensionen werden Interpreten aus dem Spektrum des Genres hĂ€ufig ohne Differenzierung der Subspielformen dem Doom Metal zugerechnet. Innerhalb kurzer Zeit nahm die FĂŒlle der auf den Doom Metal zurĂŒckzufĂŒhrenden Musikstile exponentiell zu.

Die seit den 1980er-Jahren entstandenen Folgeerscheinungen des Proto-Doom-Metal kombinierten die GrundzĂŒge des Doom Metal mit Formen des gutturalen Gesangs und Variationen des instrumentalen Spiels aus anderen Spielweisen des Metal sowie aus genrefremden Musikstilen. Dabei blieb auch die Musik dieser Nachfolger und Subgenres in ihrem konzeptionellen Wesen eine dĂŒstere und langsame Variante des Metal, die auf die UrsprĂŒnge des Genres zurĂŒckzufĂŒhren ist.cite-ref-dmwhatis-25-1[25] Selbst wenn die Spielformen die instrumentalen oder spielerischen Grenzen des Metal ĂŒberschritten wie im Atmospheric Doom,cite-ref-atmosphericdoom-34-0[34] Drone Doomcite-ref-ae31-35-0[35] oder Dark Jazz,cite-ref-darkjazz-36-0[36] blieb die konzeptionelle Basis das von Black Sabbath ausgehende Spektrum des Doom Metal.cite-ref-dmwhatis-25-2[25]

Proto-Doom, Traditional Doom und Doomcore

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Hauptartikel

:

Proto-Doom

,

Traditional Doom

und

Doomcore

Ab der zweiten HĂ€lfte der 1980er erschienen Veröffentlichungen, welche auf Stilideen des Doom Metals zurĂŒckgriffen und diese mit Ideen aus dem Extreme Metal und Hardcore Punk kombinierten. Diese Entwicklungen legten den Grundstein fĂŒr die Entstehung von unterschiedlichen Subgenres des Doom Metal und der zunehmenden begrifflichen Differenzierung im gesamten Doom-Spektrum. Dabei wurden diese Stilhybride anfangs als Doomcore fĂŒr neue Varianten, Traditional Doom fĂŒr die Interpreten, die der Grundform des Genres weiter folgten, und Epic Doom fĂŒr Candlemass und Ă€hnliche Interpreten, voneinander abgegrenzt.cite-ref-hell185ff-37-0[37] In der Phase der Ausdifferenzierung des Doom-Metal-Spektrums wurden Begriffe wie Traditional Doom, fĂŒr neue Interpreten, oder Proto-Doom, fĂŒr die Vertreter der ersten Generation, gebrĂ€uchlich. Vollends etablieren konnten sich diese Bezeichnungen nicht, so dass der Stil gemeinhin weiter unter der Dachbezeichnung Doom Metal benannt wird. Zur besseren Abgrenzung kommen diese Stilbegriffe jedoch in Fanzines und Webzines zur Anwendung.cite-ref-traddoom-38-0[38]

Der Terminus „Proto-Doom“ benennt dabei die Phase, in der ab dem Ende der 1960er der damals ungewöhnlich langsame, dĂŒstere und verzerrte Hard Rock entstand. Mit der Verwendung massiv verzerrter E-Gitarren, extremer LautstĂ€rke, langsamen Tempi, Moll-Kompositionen und der Verwendung von Tritonus-Mustern wurden neue und dĂŒstere Wege beschritten. Das Gitarrenspiel, das reduzierte Tempo und die tiefe AtmosphĂ€re sind weiterhin Kennzeichen des Traditional Doom.cite-ref-dmproto-7-2[7] Damit beginnt die Phase des Proto-Doom spĂ€testens mit dem DebĂŒt von Black Sabbath und reicht höchstens bis zu den DebĂŒts der Doom Trinity. Diese gelten seit den 1990er-Jahren als Anfang des Traditional Doom. Dieser hob sich musikalisch nicht vom Proto-Doom ab. Der Begriff beschreibt rĂŒckblickend jedoch die Unterscheidung zwischen den Phasen der Genre-AnfĂ€nge als Proto-Doom, der kulturellen Etablierung als Traditional Doom und Epic Doom fĂŒr die Musik von Candlemass und der Phase der zunehmenden Differenzierung als Doomcore und seiner AufschlĂŒsselung in Substilbegriffe. Allerdings wurden die unter der Bezeichnung Doomcore zusammengefassten Hybride vielfĂ€ltig und differenzierten sich, ĂŒberwiegend im Verlauf der 1990er-Jahre, zu eigenen Stilvarianten, woraufhin der Terminus Doomcore seine Bedeutung verlor.cite-ref-hell185ff-37-1[37]

Epic Doom

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Epic Doom

Die Veröffentlichungen von Candlemass Epicus Doomicus Metallicus und Nightfall sowie die ersten Alben von Solitude Aeturnus Into the Depths of Sorrow und Beyond the Crimson Horizon begrĂŒndeten den Epic Doom.cite-ref-hell185ff-37-2[37] Als Grundlage und Vorbote galt dabei erneut Black Sabbath, diesmal mit dem 1980 veröffentlichten Album Heaven and Hell. Das Genre behielt das reduzierte Tempo und tiefe Riffing bei, kombinierte diese allerdings mit einer stĂ€rkeren Betonung epischer Momente, manchmal durch den Einsatz eines Keyboards, gelegentlich synthetische OrchesterklĂ€nge, hĂ€ufig durch eine prĂ€sentere Leadgitarre, klarere Produktion und einen klaren und hohen von Ronnie James Dio und Messiah Marcolin geprĂ€gten Gesang.cite-ref-h-h-39-0[39]

Post-Metal und Sludge

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Post-Metal

und

Sludge (Musik)

Noch bevor die Musiker des Doom Metal auf die Idee kamen, Hardcore-Elemente in ihre Musik zu integrieren, nĂ€herten sich 1984 die Hardcore-MitbegrĂŒnder Black Flag mit My War dem Doom Metal an. Die kulturelle NĂ€he wurde von Firmen wie SST Records mit getragen und trug unter anderem in den Szenen um Maryland, Palm Desert, Washington, D.C. und New Orleans bedeutsam FrĂŒchte.cite-ref-jj156-40-0[40] The Melvins folgten mit Six Songs und Gluey Porch Treatments der Idee, Hardcore Punk mit Doom Metal zu verbinden,cite-ref-jj157ff-41-0[41] Godflesh initiierten mit der EP Godflesh nicht nur mit den vom Doom unabhĂ€ngigen Industrial Metal, sondern prĂ€sentierten hinzukommend einen VorlĂ€ufer des Post-Metal.cite-ref-jj253ff-42-0[42]

So bildeten sich aufbauend auf dem Werk von Interpreten wie Black Flag, The Melvins und Godflesh durch die Veröffentlichungen Souls at Zero von Neurosis aus dem Jahr 1992 und In the Name of Suffering von EyeHateGod aus dem Jahr 1990 die Substile Post-Metalcite-ref-soulsspex-43-0[43] und Sludgecite-ref-jj161ff-44-0[44] als eigenstÀndige Genres.

Post-Metal ist dabei eine Musik, die sich im reduzierten Tempo einer anhaltenden Dynamik, „von leise zu laut und laut zu leise“, verschrieben hat.cite-ref-jj330-45-0[45] Diese Dynamik gilt als eines der wesentlichen Merkmale des Genres und erstreckt sich ĂŒber Rhythmus, Riffing und Gesang auf annĂ€hernd alle Facetten der prĂ€sentierten Musik. Die Dynamik beinhaltet den Einsatz von folkloristischen Instrumenten und Rhythmen, die die Dynamik transportieren.cite-ref-jj253ff-42-1[42]

Sludge orientiert sich hingegen im Gitarrenspiel am ursprĂŒnglichen Doom Metal von Black Sabbath und der American Doom Trinity, kombiniert diesen jedoch mit einem dem Hardcore Punk entlehnten gutturalen Schrei- oder BrĂŒllgesang und gelegentlichen TempoausbrĂŒchen, sowie Sampling zu einem „Mahlstrom aus trĂ€gen Riffs, gequĂ€ltem Geschrei und D-Beat-Drumming“.cite-ref-visionssludge-46-0[46]

Gruppen, die sich in der zweiten und dritten Generation auf den Sludge beriefen und dessen Anteile am Doom Metal mit Progressive Rock kombinierten, wurden als Progressive Sludge tituliert. Insbesondere Interpreten aus dem US-Bundesstaat Georgia wie Mastodon, Baroness und Kylesa wurden mit dem Titel bedacht.cite-ref-visionsdnm-47-0[47] Die Musik wird als besonders „dynamisch und mitreißend“ wahrgenommen. Technische Instrumentalpassagen werden dabei mit Groove und dem Riffing des Doom Metal kombiniert.cite-ref-progsludge-48-0[48]

Unbenannt blieben die Kombinationen des Doom Metal mit Progressive Rock durch Bands wie Oceans of Slumbercite-ref-oos-49-0[49] oder den Veröffentlichungen von Giant Squid seit dem Album The Ichthyologist im Jahr 2009.cite-ref-thenextsongisaboutsharks-50-0[50] Gleiches gilt fĂŒr die Gruppe Sinistro, welche einen modernen und progressiv klingenden Doom Metal mit dem portugiesischen Fado verband.cite-ref-sinistro-51-0[51]

Death Doom

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Death Doom

Dream Death wiesen 1987 mit ihrem Album Journey into Misery erste Fingerzeige auf den Death Doom. Analogien zum Ursprung des Death Doom, einer Verlangsamung des Death Metal, waren ebenso in StĂŒcken von Morbid Angel zu finden.cite-ref-ioesoteric-52-0[52] Ein Genre, das in den Jahren 1990 bis 1992 mit Veröffentlichungen vom Bands wie Disembowelment, Cathedral, Asphyx, Winter und Paradise Lost konkreter Form annahm.cite-ref-vdoomcore-53-0[53]

Im Death Doom vermengten die Interpreten das Riffing von Candlemass und Black Sabbath mit der AggressivitĂ€t und dem Growling des Death Metal. Einige der frĂŒhen Vertreter spielten dabei primĂ€r einen verlangsamten Death Metal.cite-ref-dmlii8-54-0[54]

Gothic Metal und Funeral Doom

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Gothic Metal

und

Funeral Doom

Aus dem Death Doom wuchsen in kurzer Zeit die vom Post-Industrial und Dark Wave beeinflussten Stile Funeral Doom, der 1994 mit Stream from the Heavens von Thergothon Form annahm, und Gothic Metal, der bereits 1991 ĂŒber Paradise Losts Album Gothic definiert wurde.cite-ref-jj99-149-55-0[55]

Die musikalische Grundidee des Death Doom, eines verlangsamten Death Metal, entwickelte sich weiter. Im Gothic Metal griffen, zum Teil die gleichen Interpreten, die den Death Doom initiierten, Elemente der Neoklassik, wie Geigenspiel und hellen Frauengesang, auf.cite-ref-15jgm4ff-56-0[56] Als zentrale Veröffentlichungen gelten zwischen 1991 und 1993 erschienene Alben und EPs von Paradise Lost, My Dying Bride und Anathema, die als „Big Three of British Doom“ oder „Peaceville Three“ eine populĂ€re Phase des modernen Doom Metal mit bestimmten, sowie der schwedischen Gruppe Tiamat.cite-ref-kerrangdoom-17-1[17]

Funeral Doom wird als ein Crossover-Stil, der Elemente des Death Doom mit Dark Ambient kombiniert, wahrgenommen. Unter der Hinzunahme von sakralen Elementen wie dem Spiel einer Orgel, wird Dynamik meist ausgespart. Besonders tief gestimmte Gitarren und kaum mehr erkennbarer gegrowlter Gesang gelten als Radikalisierung des Death Doom.cite-ref-dmlii8-54-1[54] Die Kombination mit den synthetischen KlangflĂ€chen des Ambient oder Dark Ambient unterstĂŒtzt die angestrebte AtmosphĂ€re. „Trotz dieser EinschrĂ€nkungen gibt es eine breite klangliche Vielfalt, die von kompromissloser Rohheit bis hin zu atmosphĂ€rischen oder sogar majestĂ€tischen AnsĂ€tzen reicht.“cite-ref-funeral-57-0[57]

Atmospheric Doom und Torture Doom

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Atmospheric Doom

und

Torture Doom

Parallel zur Entstehung von Gothic Metal und Funeral Doom entstand mit Atmospheric Doom ein Musikstil, der das Gitarrenspiel des Death Doom und seiner Folgeerscheinungen mit weitreichenden Facetten der Neoklassik verband. Interpreten wie Fallen, Omit oder Lethian Dreams nutzen klaren oft Ă€therisch oder sakral anmutendem Gesang und ausladende Ă€therische, mittelalterlich oder folkloristisch anmutende KlangflĂ€chen. Die Musik mancher Interpreten weist kaum mehr Bezug zum Metal auf. Als wegweisend fĂŒr diese Spielform erwiesen sich insbesondere The 3rd and the Mortal mit der EP Sorrow und dem Album Tears Laid in Earth. Dabei wird der Terminus Atmospheric Doom uneinheitlich genutzt und umfasst ein breites Spektrum, das sich vielfach mit angrenzenden Stilen ĂŒberschneidet.cite-ref-atmosphericdoom-34-1[34]

Aus dem Funeral Doom entwickelte sich in den frĂŒhen 2000er-Jahren der Torture Doom – gelegentlich auch als Mental Funeral bezeichnet – ein extrem entschleunigter und aggressiv-verstörender Stil, der Elemente des Noise, des Sludge und des Dark Metal in die Musik des Funeral Doom integrierte. FrĂŒhwerke von Worship, Esoteric und spĂ€ter Wormphlegm prĂ€gten die Ästhetik des Genres, das sich durch dissonante Gitarren, gequĂ€lt-schreienden Gesang, psychotisch anmutende KlangflĂ€chen und den Einsatz verstörender Samples auszeichnet. Inhaltlich thematisiert der Stil psychische Desintegration, Selbstauflösung und existenziellen Schmerz. Trotz nachtrĂ€glich hoher Anerkennung fĂŒr stilprĂ€gende Veröffentlichungen, insbesondere Tomb of the Ancient King von Wormphlegm und Church of the Flagellation mit BeitrĂ€gen mehrerer Szenebands – besitzt der Stil als Mikrogenre des Funeral Doom, selbst fĂŒr das VerhĂ€ltnis des Doom Metal, eher marginalen rezipierten oder ökonomischen Erfolg.cite-ref-torture-58-0[58]

Grunge und Stoner Doom

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Grunge

und

Stoner Doom

Zeitnah vermengten in Seattle Bands wie Green River und Soundgarden Doom Metal und Hardcore zu einem eigenstĂ€ndigen, als Grunge bekannten Genre, welches ĂŒber die inhĂ€rente Entwicklung und die nicht auf Doom Metal fixierte StilausprĂ€gung, nicht zu den engen Subgenres des Stils gehört. Auch im Großraum Kalifornien war der Einfluss von The Melvins prĂ€gend und fĂŒhrte Interpreten wie Sleep, OM und Earth zwischen 1991 und 1993 zu einer eigenen psychedelisch angelegten Spielweise des Doom Metal, dem Stoner Doom.cite-ref-jj128ff-59-0[59] Dieser liegt oft nahe beim originĂ€ren Doom Metal, weist dabei allerdings „vermehrt psychedelische Elemente auf.“cite-ref-ae22-60-0[60] Flanger-, Fuzz- sowie Wah-Wah-Effekte in langen hypnotischen Songpassagen werden mit einprĂ€gsamen Rhythmusstrukturen und einem basslastigen Klang gepaart.cite-ref-ae22-60-1[60]

Stoner Rock und Drone Doom

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Drone Doom

und

Stoner Rock

Aus dem Stoner Doom entstand nicht nur die populĂ€re und erfolgreiche Spielweise des sich zunehmend vom Doom Metal emanzipiertem Stoner Rock. Mit Earth 2 von Earth entwickelte sich ebenso das, mit durch die The-Melvins-Veröffentlichungen Joe Preston und Lysol angeregte und von der Minimal Music beeinflusste Extrem-Doom-Genre Drone Doom, das mit Sunn O))) einen Feuilleton-populĂ€ren Interpreten hervorbrachte.cite-ref-jj289-299-61-0[61] Songstrukturen des Rock- und Metal-Spektrums sind im Drone Doom hĂ€ufig obsolet. Zentral im Genre steht der Klang und die physische Erfahrung des gestreckten verzerrten Gitarrenklangs. „Rhythmus, Riffs und MelodielĂ€ufe“ werden dazu im Drone Doom zunehmend „aufgelöst und sind nahezu non-existent.“cite-ref-ae31-35-1[35]

Black Doom, Dark Metal und Depressive Black Metal

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Black Doom

,

Dark Metal

und

Depressive Black Metal

In Europa entwickelte sich zu Beginn der 1990er-Jahre, neben dem britisch geprĂ€gtem Gothic Metal, der Black Doom von Bands wie Unholy und Barathrum. Dieser entstand im Zuge der zweiten Welle des Black Metals aus der Verlangsamung des bekannten skandinavischen Stils.cite-ref-blackdoom-62-0[62] Ähnlich dem Death Doom ist Black Doom somit ein Stil der Verlangsamung seines VorlĂ€ufer, inklusive des radikalen und oft rohen Klangs der Musik mit Tremoloriffing, Blastbeat und krĂ€chzendem Schreigesang bis hin zu gequĂ€lten und weinenden Schreien. Als gewichtiger Einfluss auf frĂŒhe Vertreter gelten dabei Hellhammer und Celtic Frost.cite-ref-dmlii8-54-2[54]

Als analoge Entwicklung, deren Bezeichnung ein heterogenes Spektrum umreißt, werden der Dark Metal und dessen Folgeerscheinungen der Depressive Black Metal, ausgehend von Bethlehem, Deinonychus und Katatonia, als Bindeglied zwischen Black Doom und Gothic Metal beurteilt. Die Grund-EinflĂŒsse seien Ă€hnlich, mitunter wird Dark Metal als fortlaufende Entwicklung aus dem Black Metal und Gothic Metal betrachtet, ohne dem satanistischen Überbau des Black Metal zu folgen. Im Ergebnis stĂŒnde eine „dĂŒster oder selbstmörderisch klingende“ Musik, die Doom Metal mit Black Metal zu einem Stil aus Schreigesang und schnellere Passagen mit der Musik des Death- beziehungsweise Black Doom kombiniert. Trotz solcher Einordnungen beschreibt der Begriff ein heterogenes Spektrum, wodurch Dark Metal sich nicht in seiner Gesamtheit dem Doom Metal unterordnen lĂ€sst.cite-ref-dmfaq-28-2[28]

Dark Jazz und Jazz-Hybride

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Dark Jazz

Mitunter auf den extremen Spielformen des Doom Metal aufbauend, entstand in Europa vornehmlich von Bohren & der Club of Gore – die Mitte der 1990er-Jahre ihr DebĂŒtalbum Gore Motel veröffentlichten – der Ambient- beziehungsweise Lounge-Stil Dark Jazz. Der Stil nahm mit Veröffentlichungen von weiteren Gruppen die in den frĂŒhen 2000er-Jahren debĂŒtierenden Form an. Dazu zĂ€hlten Bands wie The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, The Mount Fuji Doomjazz Corporation und Dale Cooper Quartet & the Dictaphones. Dark Jazz gilt als Musikstil, der auf ein Metal-Instrumentarium weitestgehend verzichtet und typische Jazz-KlĂ€nge von Piano, Bass, Saxophon und Schlagzeug mit dem dĂŒster schwerem Klang des Doom Metal, surrealer AtmosphĂ€re und Ambient verbindet.cite-ref-darkjazz-36-1[36]

DarĂŒber hinaus fanden weitere Kombinationen mit dem Spektrum des Jazz statt. Das Bandprojekt Trevor Dunn’s Trio-Convulsant spielt einen von The Melvins beeinflussten Free Jazz.cite-ref-trevor-63-0[63] Die Musik der aus dem Post-Metal-Umfeld stammenden Band Ehnahre wurde als dĂŒstere freie Improvisation besprochen.cite-ref-orthodox-64-0[64] Orthodox beriefen sich mit ihrem von Jazz durchzogenem Traditional Doom besonders auf John Coltrane.cite-ref-orthodox-64-1[64] Messa nahm indes Elemente des Dark Jazz auf.cite-ref-messa-65-0[65] Eine gemeinsame Ausrichtung weisen diese Gruppen nicht aus. Ein etablierter Genrebegriff fĂŒr solche Verbindungen von Jazz und Doom Metal existiert ebenfalls nicht.

Kultur

Die sich ab der Mitte der 1980er-Jahre ausgestaltende Kultur um den Doom Metal blieb vornehmlich eine Teilströmung der Metal-Szene, nutzte wenn möglich deren Vergemeinschaftungsorte sowie Medien und unterschied sich fĂŒr Außenstehende kaum erkennbar von dieser in modischen Belangen.

Die Szene ist in Korrelation zur Metalszene ein sozial transitiver Raum. Die Volkskundlerin Bettina Roccor beschrieb die AnhĂ€nger des Doom Metal 1998 noch als abgegrenzte Minderheit in der ĂŒbergeordneten Szene.cite-ref-bfg63-66-0[66] Christophe und GĂ©rĂŽme Guibert ermittelten in einer Befragung von 8.635 Besuchern des Hellfest 2011 allerdings, dass 20,7 % der Festivalbesucher Doom Metal zu den bevorzugten Stilrichtungen des Metals rechneten.cite-ref-guibert179-67-0[67] Dabei stellten die Wissenschaftler auch fest, dass Metalhörer mit einem Hochschulabschluss oder höheren Bildungsgrad eine stĂ€rkere Neigung zum Doom Metal aufweisen, wĂ€hrend Menschen mit niedrigeren Bildungsabschluss die Musik deutlich seltener zu den bevorzugten Stilen rechnen.cite-ref-guibert180ff-68-0[68] WĂ€hrend Doom Metal als Musik so einen Teil der Metalszene insgesamt anspricht, bleibt eine abgegrenzte Doom-Metal-Gemeinschaft die als NischenphĂ€nomen sich auf Basis der Musik mit eigenen modischen Elementen, eigenen Medien und Veranstaltungen abhebt.cite-ref-hell179ff-69-0[69] Solche Nuancierungen bedingen gemĂ€ĂŸ dem PĂ€dagogen LĂŒcker Ă€sthetische und ideelle Abweichungen, die den Doom Metal innerhalb des Metals kenntlich machen.cite-ref-l-cker83ff-70-0[70]

Szeneleben

Als zentrale Anlaufstellen der Vergemeinschaftung der Doom-Metal-Szene gelten auf das Spektrum des Doom Metal spezialisierte Konzerte und Festivals, in welchen sich die Doom-Metal-AnhĂ€ngerschaft separat von der ĂŒbergeordneten Metal-Szene treffen kann. Da Doom Metal als „Àußerst kleine, aber umso verschworenere Gemeinschaft“ gilt, sind die meisten Veranstaltungen klein und aus dem Kreis der AnhĂ€nger gestaltet.cite-ref-heiliger-29-2[29] Veranstaltungen dienen neben dem Erleben von Musik dem KnĂŒpfen von Kontakten, dem Kauf neuer Musik und Merchandise-Artikel sowie dem Kennenlernen neuer Interpreten. Besonders populĂ€r hierzu war das Festival Doom Shall Rise. Weitere, mit der Szene assoziierte europĂ€ische Veranstaltungen sind die Dutch Doom Days, das Hammer of Doom, das Malta Doom Festival und das Festival Stoned From the Underground. Durch die geringe GrĂ¶ĂŸe des Genres und der Szene bieten viele Veranstaltungen mit drei- und vierstellige Besucherzahlen eine „familiĂ€re AtmosphĂ€re“ und bei geringen Eintrittspreisen oft mehrstĂŒndige Konzerterlebnisse mit mehreren Interpreten.cite-ref-ae35-71-0[71]

Unterschiede zu anderen Teilen der Metal-Szene liegen in den prĂ€ferierten Musikgruppen und damit in den schriftbildlichen Verweisen auf die eigenen musikalischen Vorlieben. Zugleich zeichnet sich die Doom-Metal-Szene durch einen ausgeprĂ€gten Do-it-yourself-Aktivismus aus, der Parallelen zur Punk-Szene besitzt. „Produkte wie Album-Cover, Poster, Flyer und Merchandise entstehen in Eigenregie mit Hilfe von Siebdruck und vergleichbaren Techniken.“cite-ref-ae35-71-1[71] Auch viele Unternehmen und Organisationen wie Konzert- und Festivalveranstalter, Label und Promotions-Agenturen, die sich dem Doom-Metal-Spektrum widmen, entstanden innerhalb der Szene.cite-ref-ae35-71-2[71]

Erscheinungsbild

Wie in der gesamten Metal-Szene ist die schriftbildliche Darstellung individuell prĂ€ferierter Musik in Form von Kutten oder Band-Shirts vorherrschend.cite-ref-berndt73-72-0[72] Da solche KleidungsstĂŒcke nicht von der gesamten Szene getragen werden, gelten sie neben langen Haaren als wesentliches Szene-Stereotyp.cite-ref-dmfaq-28-3[28] Neben dem ĂŒblichen Auftreten der Metal-Szene, behielt die Doom-Metal-Strömung gelegentlich Aspekte der Hippie-Kultur bei, wie von manchen AnhĂ€ngern getragene Schlaghosen und BackenbĂ€rte.cite-ref-hell180ff-73-0[73] WĂ€hrend die Kutten der Metal- und Rocker-Szene entlehnt sind, sind die lang getragenen Haare aus der Hippie-Kultur verblieben.cite-ref-hell95f-74-0[74] Leder und Jeans sind damit im Doom Metal wie in der klassischen Metal-Szene typisch, entsprechend dominieren die Farben Schwarz und Blau den Kleidungsstil.cite-ref-hesse72-75-0[75] Schmuck wird in Form von Silberringen oder AnhĂ€ngern getragen.cite-ref-bfg221-31-1[31]

„Einen Kleiderkodex gibt es nicht. Stattdessen galten bis in die Neunziger lange Haare als selbstverstĂ€ndlich. Obwohl sich im neuen Jahrtausend vermehrt rasierte Köpfe und umso lĂ€ngere BĂ€rte ausmachen lassen, sind Doom-Konzerte nach wie vor die mit den meisten Langhaarigen. Das Textil ist gewöhnlich schwarz. [
] Man trĂ€gt Drillich, aber auch Denim oder Glockenhosen, und in der Regel schweres Schuhwerk. Außer Kreuzen, Pentagrammen, Eisernen Kreuzen, ThorshĂ€mmern, Totenköpfen und individuellen Talismanen ist der bei Metalheads beliebte Schmuck eher Nebensache, genauso wie TĂ€towierungen und Tarnschminke. Akteure und Sympathisanten haben außerdem das Gleiche an.“

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Heiliger Vitus: Doom Metal

Medien

Alternative- und Metal-Zeitschriften widmeten dem Genre Leit- und Übersichtsartikel und fĂŒhrten regelmĂ€ĂŸig Interviews mit Interpreten aus dem Spektrum des Doom Metal. Diverse, meist englischsprachige Web- und Fanzines orientierten sich hingegen vornehmlich oder exklusiv am Genre und dessen Subgenren, darunter das britische Bad Acid, das irische Abandon All Hope, das portugiesische Laudatio Funerbris, das belgische Reflections of Doom, das griechische Cimmerian Shadows, das österreichische Psychedelic Zine, diverse deutsche wie Sludge Worm Magazine, Soleil Tryste, Elysium: Magazin fĂŒr Doom & Gloom und Doom Metal Front Zine und das chinesische China Stoner Doom Fanzine sowie Webzines wie Sludgelord, The Obelisk, Doomed & Stoned oder Doom-Metal.com.

Wahrnehmung

Doom Metal wird als Teilmenge des Metal als kulturelle und musikalische Strömung ĂŒberwiegend im Kontext des Metals dargestellt.

Reichweite und Erfolg

Garry Sharpe-Young schrieb, dass die „Begriffe Doom Metal und Business Plan sich nicht denselben Raum, geschweige denn dieselbe Sprache, teilen.“cite-ref-gsyintro-2-2[2] J. J. Anselmi hob ebenfalls hervor, dass alle Interpreten des Genres sich kaum aus ökonomischen KalkĂŒl dem Genre zugewandt hĂ€tten.cite-ref-jj-76-0[76] Dennoch hatten Interpreten des Spektrums feuilletonistische und ökonomisch bedeutsame Erfolge. Mit besonderer Bedeutung die ĂŒber das Spektrum des Doom Metal hinausgehend wahrgenommene Interpreten zĂ€hlen wenige Gruppen wie Black Sabbath, Candlemass, My Dying Bride, Melvins, Pentagram, Electric Wizard oder Sleep. Insbesondere die Band Black Sabbath gilt als eine der wesentlichen Gruppen des Metals insgesamt. So wird Paranoid von Black Sabbath als Exempel fĂŒr jene dauerhaft erwerbbare Musik des Metal insgesamt angefĂŒhrt die als „HerzstĂŒck des Szenekapitals“cite-ref-abstand-77-0[77] fungieren. Auch weitere Doom-Metal-Veröffentlichungen, wie Sleeps Jerusalem/Dopesmoker, wurden als Klassiker des Doom Metals kanonisierte Veröffentlichungen des Metal.cite-ref-southernlord-78-0[78]

Feuilletonistisch rezipiert werden mit Gruppen wie Bohren & der Club of Gore,cite-ref-bohrendlf-79-0[79] The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble,cite-ref-darkjazztaz-80-0[80] Nadja,cite-ref-nadjataz-81-0[81] Sunn O)))cite-ref-sunnzeit-82-0[82] oder Earthcite-ref-earthguardian-83-0[83] ĂŒberwiegend Interpreten der mit radikalem Minimalismus agierenden Subgenres Drone Doom und Dark Jazz. Doch auch Gruppen wie Ahab, Pentagram oder Paradise Lost werden in Medien jenseits der Doom- und Metal-Presse vorgestellt und besprochen.cite-ref-presse-84-0[84]

Kommerzielle Erfolge mit soziokultureller Wirkung hatten insbesondere der Gothic Metal und der Stoner Doom in den 1990er und 2000er Jahren oder der progressive Sludge in den 2010er Jahren.cite-ref-hell-85-0[85] Diese kommerziellen Hochphasen gingen hĂ€ufig mit verstĂ€rkter medialer Rezeption einher. Musikgruppen der 1990er und 2000er wie The Gates of Slumber,cite-ref-tgosvideos-86-0[86] Melvins,cite-ref-melvinsvideos-87-0[87] Cathedral,cite-ref-cathedralvideos-88-0[88] Paradise Lost,cite-ref-plvideos-89-0[89] My Dying Bridecite-ref-mdbvideos-90-0[90] oder Tiamatcite-ref-tiamatvideos-91-0[91] prĂ€sentierten ihre Musik in Musikvideos, die von den Musikfernsehsendern der Zeit, in Deutschland insbesondere VIVA und MTV,cite-ref-heiliger-29-4[29] meist in Alternative- und Metal-Sendungen gespielt wurden, einem breiten Publikum. Vereinzelte Musikvideos wie jenes zum StĂŒck Bewitched von Candlemass erschienen bereits zuvor.cite-ref-candlemassvideos-92-0[92] Auch nachdem die großen Musikfernsehsender ihr Programm verĂ€nderten oder einstellten, produzierten Bands weiterhin Videos, die vornehmlich ĂŒber Videoportale zugĂ€nglich gemacht wurden. Noch nach der Phase des populĂ€ren Musikfernsehens dokumentierten Sendungen wie Rockpalast Auftritte von Doom-Metal-Interpreten und Festivals mit Schwerpunkten auf dem Spektrum des Doom Metals, wie dem Freak Valley Festival.cite-ref-rockpalast-93-0[93]

RegelmĂ€ĂŸige Charterfolge konnten zentrale Gruppen noch nach der jeweiligen Subgenre-Hochphase verbuchen. Weitere Interpreten wie Witchcraft, Beastwars, Ahab oder The Ocean stehen ebenfalls hĂ€ufig in den Charts, gelten dabei allerdings als Ausnahmen in ihren Subgenren. Abgesehen von einigen Interpreten unterschiedlichster Spielweisen und dem temporĂ€ren Erfolg einzelner Subgenre durchdrang Doom Metal bis dato nicht den ökonomischen Mainstream. Besondere soziokulturellen und kommerziellen Erfolge hatten hingegen Folgeerscheinungen des Doom Metal wie Grunge, Stoner Rock und Dark Rock.cite-ref-erfolg-94-0[94]

SachbĂŒcher und wissenschaftliche Rezeption

Exklusiv kultur- und sozialwissenschaftliche Analysen und Aufarbeitungen der um den Doom Metal existierenden Szene entstand nicht. Wissenschaftliche und populĂ€rwissenschaftliche Darstellungen der Metalszene wie Gott haßt die JĂŒnger der LĂŒge von Sebastian Bernd, Das PhĂ€nomen Heavy Metal: Ein Szene-PortrĂ€t von Christoph LĂŒcker oder Heavy Metal – Die Bands. Die Fans. Die Gegner. von Bettina Roccor gingen auf die Strömung ein, sahen allerdings nur nuancierende Abweichungen zur Metalszene. Der Religionswissenschaftler Berndt ging davon aus, dass die vorherrschenden Themen im Doom Metal Weltverachtung und Trauer seien.cite-ref-gott288-95-0[95] Die Volkskundlerin Roccor beschrieb die Gruppierung als eine sich durch die Neigung zur langsamen Musik separierende Minderheit in der Metalszene.cite-ref-bfg63-66-1[66] Solche Nuancierungen bedingen gemĂ€ĂŸ dem PĂ€dagogen LĂŒcker Ă€sthetische und ideelle Abweichungen, die den Doom Metal innerhalb des Metals kenntlich machen.cite-ref-l-cker83ff-70-1[70]

Die Musik wird in journalistischen und populĂ€rwissenschaftlichen Darstellungen des Metals regelmĂ€ĂŸig als relevantes Subgenre behandelt. Genrechroniken und Sachbuch-Darstellungen des Metals wie Hellraisers von Axl Rosenberg und Christopher Krovatin,cite-ref-hellraisers-96-0[96] Sound of the Beast von Ian Christecite-ref-christe-97-0[97] oder Heavy: How Metal Changes the Way We See the World von Dan Franklincite-ref-heavy-98-0[98] stellten das Genre sowie dessen Historie vor. Hinzukommend erschienen unter anderem von Autoren wie J. J. Anselmi, Aleksey Evdokimov, Martin Popoff und von Garry Sharpe-Young verfasste SachbĂŒcher zum Doom Metal als Musikgenre sowie solche zu vereinzelten Subgenres.

Literatur

‱ J. J. Anselmi: Doomed to Fail. The Incredibly Loud History of Doom, Sludge, and Post-metal. Rare Bird Books, Los Angeles 2020, ISBN 978-1-64428-064-5 (englisch).
‱ Aleksey Evdokimov: Doom Metal Lexicanum. Cult Never Dies, London 2017, ISBN 978-0-9933077-6-8 (englisch).
‱ Aleksey Evdokimov: Doom Metal Lexicanum II. Cult Never Dies, London 2021, ISBN 978-1-915148-03-2 (englisch).
‱ Alex Milazzo (Hrsg.): Mondo Doom, Ceremonies ov Misfortunes. Heavy Music Artwork, Sevenoaks 2023, ISBN 978-1-80049-325-4 (englisch).
‱ Garry Sharpe-Young: A-Z of Doom, Goth & Stoner Metal (= Rockdetector). Cherry Red Books, London 2003, ISBN 1-901447-14-6 (englisch).

Weblinks

Commons

: Doom Metal

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ www.doom-metal.com: Doom-Metal.com, eine auf das Genre und seine Subgenres ausgerichtete Website.

Einzelnachweise

cite-note-jj17-11. ↑ J. J. Anselmi: Doomed to Fail. The Incredibly Loud History of Doom, Sludge, and Post-metal. Rare Bird Books, London 2020, ISBN 978-1-64428-064-5, S. 17 (englisch).
cite-note-gsyintro-22. ↑ Garry Sharpe-Young: A-Z of Doom, Goth & Stoner Metal (= Rockdetector). Cherry Red Books, London 2003, ISBN 1-901447-14-6, S. I bis III (englisch).
cite-note-ian2-33. ↑ Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. HarperEntertainment, New York 2003, ISBN 0-380-81127-8, S. 2 (englisch).
cite-note-jj54-44. ↑ J. J. Anselmi: Doomed to Fail. The Incredibly Loud History of Doom, Sludge, and Post-metal. Rare Bird Books, London 2020, ISBN 978-1-64428-064-5, S. 54 (englisch).
cite-note-gsy319-55. ↑ Garry Sharpe-Young: A-Z of Doom, Goth & Stoner Metal (= Rockdetector). Cherry Red Books, London 2003, ISBN 1-901447-14-6, S. 319 (englisch).
cite-note-df15-66. ↑ Andreas Stappert: Die Geschichte des Doom. In: Deaf Forever. November 2014, S. 14–19, hier S. 15.
cite-note-dmproto-77. ↑ Proto-Doom. Doom-Metal.com, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 18. Mai 2021; abgerufen am 15. Januar 2022.
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